Manner Wollen Nicht Mehr Flirten

Vielleicht, weil sie insgeheim hoffen, etwas Nettes zurückgesagt zu bekommen. Tugendfuror oder netzfeministisches Meisterstück? Die Twitterkampagne Aufschrei führte zur Renaissance eines unterschätzten Gefühls. Ein Kommentar von Hannah Beitzer mehr Ist das die Richtung, in die uns der Feminismus hineingetrieben hat? Es scheint hier allerdings ein Missverständnis zu geben. Auch Männer verdienen Komplimente Ein Freund erzählte neulich, wie er einer Kollegin mal ein Kompliment machte.

Die Dame brach in Tränen aus: Dabei wäre es leicht, jemandem ein Kompliment zu machen - zumindest aus Frauensicht. Und bevor gleich das Gegrummel losgeht: Anzeige Die Kunst des Flirtens ist grenzüberschreitend und bestätigt alte Vorurteile zwischen Mann und Frau, die wir längst glauben abgelegt zu haben. Sie zeigt sich zwar in der jeweiligen Ausprägung als kulturabhängig, doch sie beruht auf allgemeingültigen Universalien, auf uralten Verhaltensweisen. Nur wenn wir in dieser unkorrekten, machohaften und weiblich-unterwürfigen Art sexuelle Kontakte anbandeln, haben sie Bestand und bieten eine Chance für lang andauernde sexuelle Spannung zwischen zwei Partnern.

Männer wüssten oft nicht mehr, wie sie sich einer Frau nähern sollten, sagt die Psychotherapeutin Beate Kube aus Kempten, die sich auf Paar- und Sexualtherapie spezialisiert hat. Früher hatten es beide leichter. Gemeint ist die Blume, die eine Frau fallen lässt in der Absicht, dem Mann zu signalisieren, dass er sie aufheben, sie ihr nachtragen und ihr den Hof machen darf. Interessiert sich der Mann für eine Frau, stellt er seine positiven Seiten heraus — so wie der Pfau seine Federn vor dem Weibchen spreizt — und hofft, dass sie ihn bemerkt.

Er weist darauf hin, dass er Geld hat oder dass er intelligent ist, witzig oder ritterlich. Dabei drückt ein Mann, der auf sich aufmerksam machen möchte, sein Kreuz durch und nimmt das Kinn hoch. Er heuchelt Desinteresse, schaut die Frau nicht an, aber das ist nur Teil des Spiels. Erst wenn die Frau hinsieht und ihm signalisiert, dass sie ihn bemerkt, also die Blume fallen lässt, beginnt der eigentliche Flirt. Er männlich und aktiv, sie weiblich und passiv Geht eine Frau auf den Flirt ein, dann zeigt sie ein anderes Verhalten.

Sie drückt eben nicht den Busen raus und wackelt nicht mit dem Po, wie es in Pornos gezeigt wird. Vielmehr macht sie sich kleiner, indem sie den Kopf schrägt hält. Sie geht ins Kleinmädchenschema und schaut den Mann von unten her an. Flirten hat sehr viel mit ursprünglichen männlichen und weiblichen Verhaltensmustern zu tun. Der Mann zeigt der Frau, dass er stark genug ist, um Unsicherheit aus- und sie zu unterhalten, im materiellen wie im emotionalen Sinn. Dahinter steht die Botschaft: Ich bin der Ernährer, der Macher, ich bin stark, ich habe einen Plan, ich zeige dir, wo es langgeht, und mit mir wird dir nie langweilig werden.

So sieht das Sexleben der Deutschen aus Das Video konnte nicht abgespielt werden. Bitte versuchen Sie es später noch einmal. Mit wem und wie haben sie am liebsten Sex? N24 Die Frau würdigt das, indem sie ihn dafür anhimmelt und gleichzeitig ermutigt, weiter seine Federn zu spreizen. Der Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt hat hierzu herausgefunden, dass diese Tradition, diese unterschiedlichen Rollen von Männern und Frauen beim Flirten heute noch ganz genauso gelten.

Und genau mit diesem Rollenverhalten haben Frauen und Männer heutzutage ihre Schwierigkeiten. Er männlich und aktiv, sie weiblich und passiv. Wie verträgt sich das mit dem Rollenverständnis im Zeitalter der Emanzipation?


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